Das Auktionshaus

Roelofarendsveen
Polder ,

1912 baute die Züchterkooperation Eendracht Maakt Macht ein Auktionsgebäude. Züchter brachten ihre Produkte auf dem Wasser vor die Auktionsuhr und die Händlertribüne. Das Gebäude ist teilweise erhalten geblieben und beherbergt heute das Restaurant Wagenaar.

Die Auktion

22. August 1913. Ein gewöhnlicher Donnerstagmorgen in De Veen. In der Veilingvaart am Zuideinde warten die Züchter mit Prahmen voller Gewürzgurken, Erbsen und Hülsenfrüchten auf den Moment, in dem  die Auktionsuhr zu laufen beginnt. Mit geschäftiger Miene tauschen sie die neuesten Nachrichten aus. In der Zwischenzeit sammeln sich die Kommissionäre und Großhändler auf der Auktionstribüne. Die meisten kommen aus dem nahegelegenen Café Wagenaar, wo sie noch kurz „ein Tässchen“ Kaffee getrunken haben. In der Tribünenbank warten sie ungeduldig, bis die Kaufware angefahren wird. Ihre Boote liegen schon vor der Schleuse bereit, um die eingekaufte Ware in die großen Städte in den Niederlanden und außerhalb des Landes zu transportieren.

So wurden im Zentrum von Roelofarendsveen von 1912 bis 1965 Gemüse und Blumen versteigert. 1912 wurde im Auftrag der Züchterkooperation Eendracht Maakt Macht am Zuideinde neben der Schleuse ein Auktionsgebäude gebaut. 1965 wurden die Türen dieser Auktion wieder geschlossen. Die Auktionsaktivitäten wurden in ein neues Auktionsgebäude am Sotaweg in Roelofarendsveen verlegt. Das alte Auktionsgebäude wurde zu einem Geschäftskomplex, in dem unter anderem das Restaurant Wagenaar untergebracht ist.  

Die drei Schnittchen

Restaurant Wagenaar verdankt seinen Namen dem ehemaligen Café Wagenaar, das bis 1999 neben dem Auktionsgebäude untergebracht war. Café Wagenaar war eine sogenannte braune Kneipe, die jahrhundertelang einen zentralen Platz im Dorfleben von Roelofarendsveen einnahm, unter anderem als Treffpunkt von Züchtern und Händlern. Die letzten Besitzer waren die drei unverheirateten Schwestern Wagenaar. Sie erbten das Café von ihrem Vater und wurden im Volksmund die drei Schnittchen genannt.

Entstehung der Auktion

Bis 1900 verkauften die Züchter aus dem Veender- und Lijkerpolder außerhalb der Bedeichung ihre Produkte auf individueller Basis an Händler und Konservenbetriebe. Bevor die Händler bei den Züchtern vorbeikamen um einzukaufen, trafen sie sich im alten Café Wagenaar, wo sie ihre Preise untereinander abstimmten. Die Züchter fühlten sich hierdurch immer mehr benachteiligt und gründeten als Reaktion hierauf Züchterkooperationen. Die erste Kooperation, Eendracht Maakt Macht (Eintracht gibt Macht), wurde 1902 gegründet. Die angeschlossenen Züchter organisierten am 21. Juli dieses Jahres unter Leitung des Gemeindefeldschützen Dupeau die erste Veener Auktion. Die Produkte wurden mit Abschlag verkauft. In den darauffolgenden Jahren wurden auf der Straße und in verschiedenen Scheunen Auktionen abgehalten – bis zum Bau des Auktionshauses 1912. 1918 fusionierten alle Kooperationen in Roelofarendsveen zu einer einzigen Kooperation namens Eendracht Maakt Macht: benannt nach der ersten Kooperation im Dorf.

Diese Geschichte ist Teil der Tulpenroute, einer Bootstour mit vielen Geschichten über die blühenden Moorpolder von Roelofarendsveen. Die Tulpenroute ist kostenlos zugänglich. Eine Routenkarte finden Sie auf dieser Website oder bei einer unserer touristischen Informationsstellen, nahegelegenen gastronomischen Einrichtungen oder Yachthäfen.

Die Tulpenroute in Roelofarendsveen wird durch lokale Unternehmer ermöglicht. Diese Geschichte wird Ihnen präsentiert von: Restaurant Wagenaar.